Was ist Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg

Marschall Rosenberg beschreibt es oft so: „Was ist lebendig in mir, was ist lebendig in dir und wie können wir gemeinsam dafür sorgen, dass das Leben reicher und schöner wird?“

Oder wie es Gandhi gemeint hat: „Er meint damit unser einfühlendes Wesen, das sich wieder entfaltet, wenn die Gewalt in unsere Herzen nachlässt“

Gewaltfreie Kommunikation ist zum einen eine hilfreiche Kommunikationsmethode um Konflikte zu lösen und es ist zugleich auch eine Grundhaltung.

eine Sprache des Lebens…

Gewaltfreie Kommunikation ist eine Sprache des Lebens, in der die Gefühle einen Namen bekommen und ausgesprochen werden. Genau wie das Leben selbst unterliegen sie einem ständigen Veränderungsprozess: Jedes Gefühl, jeder Gedanke ist eine Momentaufnahme Foto: Rosenberg mit Wolf und Giraffen Handpuppendes gegenwärtigen Augenblicks. Gewaltfreie Kommunikation ist eine prozessorientierte Sprache, die das Bewusstsein darauf lenkt, was hier und jetzt in uns lebendig ist.
Die GFK unterstützt mich darin, meine Anliegen so auszudrücken, das mein Gegenüber es gut hören kann. Wenn sich jemand „aggressiv“ mir gegen über verhält, hilft mir die Haltung der GFK wieder in Herzensverbindung zu kommen. Wichtig ist dabei, die eignen Bedürfnisse und die Bedürfnisse des Anderen berücksichtig werden.

In der Gewaltfreien Kommunikation geht es wesentlich darum wieder in Verbindung zu kommen, in Verbindung mit meinem Gegenüber als auch in Verbindung mit mir selbst. Damit es leichter fällt wieder in Verbindung zu kommen, hat Rosenberg vier ganz konkrete hilfreiche Schritte entwickelt.

Vier Schritte

Als Hilfestellung hat Marschall Rosenberg eine vier Schritte Methode entwickelt, die uns helfen kann, in Verbindung mit uns selbst und unserem Gegenüber zu kommen.

  1. Beobachtung ( was ist passiert, ohne Bewertung)
  2. Gefühl (was fühle ich gerade)
  3. Bedürfnis ( was brauche ich jetzt)
  4. Bitte (wie kann der andere im hier und jetzt zu meinen Wohlergehen beitragen)

Giraffensprache und Wolfssprache

Um das Modell praxisnah und spielerisch zu verdeutlichen, benutzen wir in der Gewaltfreien Kommunikation oft zwei Symbolfiguren, die Giraffe und der Wolf.

Die Giraffenprache

Giraffe

die Giraffe spricht die Herzenssprache

  • achtet auf ihre Gefühle und die Gefühle anderer und versucht die dahinterliegenden Bedürfnisse herauszufinden
  • respektiert die Bedürfnisse aller
  • trennt Beobachtung und Bewertung
  • stellt Bitten statt Forderungen
  • übersetzt Angriffe, Vorwürfe und Forderungen in Gefühle und Bedürfnisse

♥ Marschall Rosenberg hat die Giraffe als Symbol für die Gewaltfreie Kommunikation ausgewählt, weil sie das größte Herz hat, von den Tieren die auf dem Land leben. ♥

Die Wolfsprache:

Den Wolf sehen wir als „Giraffe mit einem Kommunikationsproblem“!

Der Wolf

  • weiß, was mit dem anderen nicht stimmt, oder was mit ihm stimmt (Moralische Urteile / Diagnosen, Etikettieren):
    “Ich bin / Du bist / Ihr seid, egoistisch, faul, dumm, klug, nett…“
  • vergleicht, macht Vorwürfe: „Kannst du das nicht so machen, wie…? Bei dem klappt es doch auch!“
  • bewertet: „Das habe ich gut / schlecht gemacht,
    Das hast du richtig / falsch gemacht“ . Zensuren
  • straft oder droht (Forderung und Erpressung): “Wenn du das tust, dann / Wenn ich das tue, dann…“ Wenn du nicht, dann…, Und wehe, du …“
  • sucht Schuld und interpretiert: Du bist schuld, dass ich … / Ich bin schuld, dass ich …
    Das hast du nur getan, weil / Das hab ich nur getan, weil…“
  • belehrt: „Warum machst du dass nicht so …/ Ich an Deiner Stelle würde es so…
  • lobt oder straft / Verdienen:
    wenn du das machst bekommst du …, wenn ich das mache bekomme ich …
  • Keine Wahl („Amtssprache“) Sachzwänge:
    „…der Chef will es so…was bleibt mir anders übrig…“
  • Muss-Denken:
    „Du musst, Du sollst, Ihr sollt; Ich muss, Du musst, Ihr müsst“.
    M. B. Rosenberg bezeichnet soll und muss als sehr gefährliche Wörter.

Zitate von Marschall B. Rosenberg:

  • In der Gewaltfreien Kommunikation geht es darum, eine einfühlsame Verbindung zu uns selbst und zu anderen aufzunehmen. Es geht um Mitgefühl, dieses wertvolle und zutiefst menschliche Potenzial.
  • Urteile über andere sind entfremdete Äußerungen unserer eigenen, unerfüllten Bedürfnisse.
  • Und ich glaube wirklich, dass wir Menschen eigentlich nichts mehr genießen, als zum Wohlergehen anderer Menschen beizutragen.
  • Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tun es andere auch nicht.
  • Leute in Schubladen zu stecken und zu verurteilen fördert die Anwendung von Gewalt.
  • Wir können eine Sprache, der es an Wahlmöglichkeiten mangelt, ersetzen durch eine Sprache, die Wahlmöglichkeiten unterstützt.
  • Je klarer wir wissen, was wir vom anderen bekommen möchten, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich unsere Bedürfnisse erfüllen werden.
  • Hören sie auf das, was andere Menschen brauchen- statt auf das, was sie über Sie denken.
  • Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort. Und dort begegnen wir uns (Rumi).

Siehe auch:

Downloads

https://www.fachverband-gfk.org/wasistgfk.html

http://www.lebendigekommunikation.de/inhalte-der-gewaltfreien-kommunikation.html

„Recht haben oder glücklich sein?“
ein Zeitungsbericht über ein Einführungsseminar im Jahr 2014 im Evangelischen Bildungszentrum Hesselberg,erschien in Evangelisches Sonntagsblatt Rothenburg
www.evangelisches-sonntagsblatt.de

 

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